Lerncoaching.de

Lerncoaching unterstützt individuelle Lernprozesse. Es ermöglicht ein präzises Eingehen auf die Möglichkeiten des Lernenden und weckt Potentiale.

Individuelle Ressourcen sind häufig unter einem Problemerleben ‚verborgen’. Im Lerncoaching werden sie entdeckt und für die jeweilige Lernsituation nutzbar gemacht. Dies erfordert vom Lerncoach sowohl einen ressourcenorientierten Blick als auch eine empathische Kommunikation.

Lerncoaching professionalisiert die Beziehungsgestaltung von Lehrpersonen. Lernprozesse werden aus systemischer Sicht betrachtet und zielgenau unterstützt. Die Praxis im Lerncoaching zeichnet sich durch ressourcen- und lösungsorientierte Interventionen aus. Mit ihnen werden Lernstrategien entwickelt, Lernblockaden gelöst und die Motivation der Lernenden gestärkt.

Damit eröffnet Lerncoaching neue Handlungsoptionen für den pädagogischen und betrieblichen Alltag.

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Die Rolle von Lehrpersonen wandelt sich. Vielerorts wird dies in die Formel „Vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter“ gebracht (Eschelmüller 2007). Angesichts eines hohen gesellschaftlichen Bildungsbedarfs entsteht die Frage, wie individuelle und organisationale Lernprozesse gestaltet werden. Dies gilt für Schulen und Berufsschulen wie auch im Aus- und Weiterbildungsbereich von Unternehmen (Nicolaisen 2013b) sowie für die Begleitung im Übergang Schule - Beruf. 

Lerncoaching erweitert das Spektrum von Lernbegleitung. Indem das innere Erleben der Lernenden eingehende Beachtung findet, wird das selbstgesteuerte Lernen unterstützt. Der Lerncoach blickt aus systemischer Sicht auf Lernprozesse und ermittelt im Dialog mit dem Lernenden präzise dessen Bedarf (Nicolaisen 2013a). Implizite, d.h. unbewusste Aspekte des Lernens, werden integriert. Es gilt der Coaching-Grundsatz: Die Lösung liegt im Lernenden (Nicolaisen 2014). Solche Haltung ist für Lehrpersonen in ihrer Arbeit mit Lernenden ungewöhnlich. Sie wird zunächst als herausfordernd, doch auf längere Sicht als fruchtbar beschrieben.

Lerncoaching verbindet systemische Arbeitsweisen mit Aspekten der Lern- und Motivationspsychologie. Im Zentrum steht die Interaktion zwischen dem Lernenden und dem Lernbegleiter. Lerncoaching bedeutet Beziehungsarbeit (Miller 2011) mit gleichzeitigem Fokus auf die individuellen Lernstrategien (Mandl/Friedrich 2006). In der konkreten Arbeit werden Modelle und Methoden aus der systemischen und lösungsorientierten Beratung (Schlippe/Schweitzer 2010, Bamberger 2010) mit Aspekten aus dem Zürcher Ressourcen Modell (Storch/Riedener 2006) kombiniert. In diesem Zusammenhang spielen emotionale Anteile von Lernprozessen eine erhebliche Rolle. Lerncoaching geht auf diese ein und macht sie für das Lernen nutzbar. Bausteine u.a. aus der pädagogisch-psychologischen Gesprächsführung (Pallasch/Kölln 2002) liefern die Kommunikationsbasis.

Die Lerncoaching-Praxis wurde in der Arbeit mit Lernenden wie auch als Weiterbildung von Lehrpersonen aus diversen Schul- und Ausbildungsformen vielfach erprobt: u.a. Hamburger Institut für berufliche Bildung, Landesinstitut für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung in Hamburg, Pädagogisches Institut der Landeshauptstadt München, Ministerium für Bildung in Nordrhein-Westfalen, Pädagogische Hochschule Thurgau (Schweiz) sowie zahlreiche einzelne Schulen und Betriebe.